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Die Gruppe der nicht ölbeständigen Kautschuke


Kautschuke, die nicht ölbeständig sind, sind:

Bild: ÖlbeständigkeitNaturkautschuk (NR)

Im allgemeinen zeichnen sich NR-Vulkanisate durch hohe Zugfestigkeit und Weiterreißwiderstand, hohe Elastizität, niedrige bleibende Verformung sowie gutes Kälteverhalten aus.

Naturkautschuk eignet sich besonders für die Herstellung von Produkten, bei denen hohe mechanische und gute dynamische Eigenschaften gefordert sind: Gebrauchsartikel wie Gummistiefel, Schuhsohlen, medizinische Handschuhe, Kondome und Babysauger, vor allem aber für hochwertige technische Einsätze wie Fahrzeugreifen, Transportbänder, Riemen, Gummi-Metall-Lager, Motorlager, Brücken- und Baulager, als auch Produkte für den Lebensmittel-, medizinischen und pharmazeutischen Einsatz.


Styrol-Butadien- Kautschuk (SBR)

Erst durch den Einsatz von verstärkenden Füllstoffen zeigen SBR-Vulkanisate in etwa die gleichen Eigenschaften von Naturkautschuk, jedoch besseren Abriebwiderstand, sowie eine bessere Hitze- und Alterungsbeständigkeit.

Die chemischen Eigenschaften sind weitgehend mit denen von Naturkautschuk identisch. Etwa die Hälfte der gesamten SBR-Weltproduktion geht in die Reifenproduktion.

Der Rest wird allein oder im Verschnitt mit anderen Dien-Kautschuken zu einer Vielzahl von Produkten verwendet. Die wichtigsten neben Fahrzeugreifen sind: Förderbänder, Schuhsohlen, Dichtungen, Schläuche, Walzenbezüge, Fördergurte, Fußbodenbeläge, Matten und Haushaltsartikel.


Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk (EPDM)

Im allgemeinen weisen die EPDM-Vulkanisate gute Hitze-, Alterungs- und Chemikalienbeständigkeit, hohe Elastizität, gutes Kälteverhalten sowie gute elektrische Isoliereigenschaften auf. Die Automobilindustrie ist mengenmäßig der bedeutendste Abnehmer von EPDM-Teilen (Dichtprofile für Tür und Kofferraum, Massivdichtungen für Fenster und Scheinwerfer, Kühler-,Heizungs- und -Lüftungsschläuche, Bremsschläuche und -dichtungen, Kabeldurchführungen, Scheibenwischergummi). Auch in Haushaltsgeräten wie Waschmaschinen und Geschirrspüler werden EPDM-Dichtungen, O-Ringe und Schläuche in großem Maßstab eingesetzt.


Weitere große Anwendungsgebiete für EPDM:

Kabelummantelungen, Kabelfüllmassen, Dach- und Deponiefolien, Dichtungen für Fenster, Türen und Fassaden, Fußbodenbeläge, Spiel- und Sportböden, Förderbänder, usw...
Auch im Trinkwasser- und Abwasserbereich verdrängen EPDM-Dichtungen, sowohl als Formartikel, als auch als Extrudate zunehmend die traditionellen NR-, bzw. SBR- Vulkanisate.


Butyl (IIR), Chlor- und Brombutylkautschuk (CIIR, bzw. BIIR)

Die größte Bedeutung von Butylkautschuk (IIR) liegt in der niedrigen Gasdurchlässigkeit und der guten Beständigkeit gegen Hitze, Alterung, Witterung und Chemikalien.

Von Nachteil ist die schlechte Fett- und Ölbeständigkeit und die langsame Vernetzungsgeschwindigkeit. Oft werden auch eine geringe Elastizität und der geringe Widerstand gegen Druck- und Zugverformung als nachteilig betrachtet.

Zur Ermöglichung der Covulkanisation mit Dien-Kautschuken und zur Erhöhung der Vulkanisationsgeschwindigkeit wird Butylkautschuk mit Halogenen (Chlor, Brom) modifiziert. So gelangt man zu Chlorbutylkautschuk (CIIR) und Brombutylkautschuk (BIIR).

Butylkautschuk wird vor allem zur Herstellung von Luftschläuchen für die Fahrrad- und Kfz-Bereifung und zur Herstellung hitzebeständiger Produkte wie Heizbälge und Kesseldichtungen eingesetzt. Weitere Einsatzgebiete sind Membranen, Dichtungen, Schutzhandschuhe und Schutzanzüge, Heißgutförderbänder, Dämpfungselemente, Dichtungen und Chemikalienschläuche.

Chlor-und Brombutylkautschuke werden überwiegend für die Reifenherstellung verwendet. Im pharmazeutischen Bereich, wo niedrige Extrahierbarkeit der verwendeten Mischungsbestandteile gefordert ist, werden CIIR und BIIR bevorzugt eingesetzt.

Weiterführende Informationen zu diesem Thema finden sie in der Compounder Info "Die Gruppe der nicht ölbeständigen Kautschuke"

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